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15. November 2010

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Greogor Boos

 

Der Waschtag ...

 

... ist heute im Zeitalter programmierbarer Waschvollautomaten eine weitgehend vergessene Angelegenheit. Was seit Jahren quasi nebenher läuft, war vor Jahrzehnten eine zeitraubende und kräftezehrende Arbeit. Die Wäsche musste eingeweicht und mit Bürste, Schmierseife und Waschbrett bearbeitet werden. Das benötigte Wasser wurde in einem Waschkessel erhitzt, die Wäsche musste mit der Hand "bewegt", ausgewrungen und zum Trocknen aufgehängt werden.

Waschtag

Im Museumsschaufenster bei Werner Boos am Untermarkt können nun Gerätschaften, Utensilien und Wäschestücke aus vergangenen Tagen bestaunt werden. Eine hundert Jahre alte hölzerne Waschmaschine ist hier ebenso zu finden, wie Uromas Unterwäsche. Wie gewohnt kann die liebevoll gestaltete Ausstellung täglich 24 Stunden an 7 Tagen die Woche bewundert werden, es werden auch wieder Vorführungen für Schulen und Kindergärten angeboten.

 

 

Mittelalter - Mythos und Wahrheiten ...

 

... erfuhr man beim Frühjahrsvortrag des Geschichtsvereins. Sebastian Kreisel, Lehrer und Museumspädagoge in Alzey gab überraschende Einblicke in das vermeintlich "dunkle" Mittelalter. Er zeigte sehr anschaulich anhand originaler Malereien, dass es wohl drakonische Strafen und düstere Verliese gab, dass das Leben jedoch bis in die untersten Schichten der Bevölkerung auch von Farben und Genüssen beherrscht wurde.

Mittelalter - Mythos und Wahrheiten ...Viele Eindrücke und Sichtweisen unserer heutigen Zeit, die noch aus den Zeitaltern der Romantik und des Historismus stammten, konnte er anhand von Bildern und Exponaten widerlegen. Auch die überraschend bunten Bekleidungsformen der verschiedenen Jahrhunderte wurden anschaulich erläutert und den "Kostümierungen" auf heutigen Mittelaltermärkten gegenübergestellt. Kurze Ärmel oder Hosenbeine gab es selbst im Sommer nicht, ohne Kopfbedeckung verließ kein Erwachsener das Haus, selbst in der öffentlichen Badestube saß "Frau" im Kopftuch in der Wanne und "Mann" trug seine Mütze. Der sehr lebendige Vortrag animierte die Zuhörer im vollbesetzten ehemaligen Ratssaal zu vielen Rückfragen. Auch die mitgebrachten Exponate stießen auf reges Interesse, so dass auch nach dem offiziellen Ende bei einem Gläschen Wein noch längere Gespräche folgten.

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Kunst und Krempel ...

 

... gab es wieder beim Stammtisch des Geschichtsvereins zu bestaunen. Bei einem Glas Wein und in gemütlicher Runde gab zunächst Christian Maier einen interessanten Einblick in das Thema Notgeld aus Kriegs- und Nachkriegszeiten. Eine Auswahl dieser Zahlungsmittel aus unedlen Metallen oder Papier wurden herumgereicht, spontan ergänzt durch "Mitbringsel" der Zuhörer. In weiteren vorbereiteten und mit Bildern ergänzten Kurzvorträgen stellte Thomas Ehlenberger u.a. den Nachbau des "Oremer Vorstadtexpresses" vor.

Oremer Vorstadt Express

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe des 1953er Fastnachtsumzugs mit Lok und 10 Wagen, die derzeit im Museumsschaufenster bei Werner Boos zu besichtigen ist. Staunen und viele Fragen löste ein originales Bleiglasfenster aus farbigem Antikglas hervor, das Wappen und Schriftzug des ehemaligen "Weinguts Schloßhof" trug. Dieses wurde kürzlich durch Familie Niklas dem Geschichtsverein gestiftet. Anhand von Bildern aus dem Archiv von Heinz Holz konnte das Rätsel gelüftet und das Anwesen als ehemaliger Zehnthof und späteres Weingut Diehl in der Kurve der Mainzer

 

Weingut Diehl

Straße identifiziert werden, das in den 1980er Jahren abgerissen wurde. Zwischen den Programmpunkten wurden Antiquitäten aus dem Publikum, wie antike "antikes Kochbuch"Kochbücher, Sammelbild-Alben oder Inhalations-geräte gezeigt und erläutert. Etliche Rückmeldungen zu weiteren Exponaten zeigten, dass für die nächsten Jahre noch genügend Stoff zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe vorhanden ist.

 

 

 

 

 

 

 

Gau-Odernheim, Wappen aus dem 17. Jahrhundert

Geschichtsverein Gau-Odernheim