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15. November 2010

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Greogor Boos

 

„Ein Hut für St.Rufus“…


… der soll gegen Wind und Wetter schützen. Welche Folgen jedoch Löcher im Hut nach sich ziehen, davon konnte Architekt Mathias Jaberg berichten. Konkret ging es um die Außenrenovierung der kath. Kirche St. Rufus in Gau-Odernheim, die seit etlichen Monaten durchgeführt wird. Auf Einladung des Pfarrgemeinderats hatten sich gut 50 Interessierte im Pfarrzentrum eingefunden und staunten über die Bilder, die Herr Jaberg präsentierte. Eindrucksvoll wurde aufgezeigt, wie sich aus kleinen Unschönheiten im Laufe der Jahre kapitale Schäden an Dach, Gebälk und Mauern entwickelten. Viele Detailaufnahmen zeigten, dass die Sanierung mehr als überfällig war, um kapitale Schäden an Gebäude oder gar Personen für die nächsten Jahrzehnte ausschließen zu können. Im Anschluss erläuterte Thomas Ehlenberger vom Geschichtsverein die Geschichte des Wetterhahns, der 2006 nach einem Sturm vom Dachreiter in die Tiefe gestürzt war. Durch die Aufmerksamkeit von Werner Maul konnte er seinerzeit geborgen und im Anschluss in der ortsansässigen Firma Eckel restauriert werden. Großes Staunen löste dann die Originalrechnung des Hahnes aus, welche 1932 ebenfalls von der Firma Eckel ausgestellt worden war. Nach der durch Manfred Hamm initiierten Vergoldung konnte der Hahn nun vor Kurzem von Holger Weiskopf auf seinen angestammten Platz über den Dächern Gau-Odernheims zurückgebracht werden. Dr. Giloth bedankte sich im Namen des Pfarrgemeinderates bei den Referenten mit „rheinhessischen Blumensträußen“ und leitete zum gemütlichen Teil bei einem Gläschen Wein über.

 


 

 

Herbstzeit ist Lesezeit...


... auch im Museumsschaufenster am Gau-Odernheimer Untermarkt. Dort kann man in einem "echten" Wingert sehen, in welcher Kleidung und mit welchen Gerätschaften die Traubenlese von Hand durchgeführt wurde. Zahlreiche Exponate der letzten 100 Jahre wurden liebevoll arrangiert und umfassend mit Begleittexten versehen. Faszinierend sind einige funktionsfähige Miniaturen alter Fuhrwerke oder Keltern. Besonders frühmorgens oder am Abend strahlt das dann beleuchtete Fenster ein ganz besonderes Flair aus und lädt zum ausgiebigen Studium ein. Nach Terminabsprache mit Thomas Ehlenberger sind auch wieder Vorführungen für Kindergärten und Schulen möglich.

 

"Wirtschaftsstandort Odernheim..."


...lautete das Thema des diesjährigen Herbstvortrags des Geschichtsvereins. Hierzu konnte der 2.Vorsitzende Dr. Arnsperger im proppenvollen Foyer der Petersberghalle über 130 interessierte Zuhörer begrüßen. Er entschuldigte den ursprüngliche vorgesehenen Referenten Thomas Ehlenberger, der durch seinen "Urgroßvater", den Metzgermeister Philipp Weber vertreten wurde. Natürlich erkannten die Gäste unter Mütze und Schürze den Urenkel, der aus der Sicht seines Urahns die "Wirtschaftspolitik" beleuchtete.

Diese bestand nämlich nicht nur aus "Wirtschaften" - sprich Lokalen oder Gaststätten. Über die Entwicklung des Gewerbes und der Stadt im Mittelalter bis zur heutigen Zeit spannte er den Bogen, untermalt mit zahlreichen Lichtbildern. Die Bedeutung und Vielfältigkeit des Odernheimer Gewerbes wurde alsdann anhand einer kleinen Auswahl heute nicht mehr bestehender Betriebe aufgezeigt. Auch die bisher dreimal erfolgte Gründung von Gewerbevereinen wurde dargestellt. Dass der Vortrag den Nerv der Zuhörer getroffen hatte, zeigte die enorme Publikumsresonanz während und nach dem Vortrag. An einer Fortsetzungsveranstaltung mit Geschichte und Bildern weiterer Betrieben wird deshalb bereits gearbeitet

 

 

Mit spitzer Feder...

 

... durften sich Kinder der Gau-Odernheimer Grundschule an der Sütterlin-Schrift versuchen. Begleitend zum aktuellen Museumsschaufenster "Mit Rohrstock und Griffel" hatte der Geschichtsverein wieder Vorführungen angeboten.

Grundschüler/-innen und aktive Geschichte

Eine Gruppe Erstklässler mit ihrer Lehrerin Daniela Engel durfte erleben, wie sich zu Uromas Zeiten der Unterricht abspielte. Viele Exponate waren bekannt, da sie in abgewandelter Form oder aus anderem Material auch heute noch eingesetzt werden, manches warf aber Fragen auf. Groß war das Interesse an den praktischen Übungen mit Griffel und Schiefertafel, aber auch mit Federkiel oder Schreibfeder und Tintenfass. Thomas Ehlenberger stellte auch Arten des damaligen Zeitvertreibs vor, angefangen von Murmeln über "Schiffe versenken" bis hin zu Sammelbildern, welche von den Schülern sofort als Vorläufer der heutigen "Sticker" erkannt wurden. Gut gelaunt und mit tintengrünen Fingern bedankten sich die Schüler für diese Unterrichtsstunde der etwas anderen Art.

 

"Orem vor 100 Johr"...


... war das Thema des jüngsten Altennachmittags der Ortsgemeinde. Im gut gefüllten Foyer der Petersberghalle erschien hierzu Leutnant Jean Weber vom IR 117 aus Mainz im sogenannten "bunten Rock", der Friedensuniform der großherzoglich hessischen Armee. Thomas Ehlenberger vom Geschichtsverein war in diese Rolle geschlüpft, um dem Publikum einen Eindruck von der Situation in der Heimat bei Ausbruch des ersten Weltkriegs zu geben.

Vortrag Orem vor 100 Jahren

Anhand diverser Lichtbilder wurde auch der Bogen von Militärmusik, -turnen und -organisation aufgezeigt. Eingestreute Zitate aus zeitgenössischen Festschriften regten zum Schmunzeln an, z.B. das Verbot, beim Festzug am Gau-Turnfest 1914 "Schirme, Stöcke oder Frauen mitzuführen". Auch die Auswirkungen des dann folgenden Krieges auf das Leben im Ort wurden durch Bilder plastisch dargestellt: russische Kriegsgefangene bei der Traubenlese oder gar auf Familienbildern, Apothekenrechnungen aus dem Kriegsgefangenenlager im Lokal "zur Krone" etc. Auch die heute noch zahlreich vorhandenen Fotos von Einquartierungen oder Feldpostkarten mit patriotischen Motiven sprechen eine deutliche Sprache. Natürlich wurde auch auf die noch heute sichtbaren Folgen eingegangen, die sich auf dem Gedenkstein für die Gefallenen und Vermissten auf dem Friedhof drastisch präsentieren.

 

Griffel und Rohrstock…


sind nur einige Exponate im aktuellen Museumsschaufenster am Untermarkt. Unter dem Motto „Schule anno dazumal“ hat das Gestaltungsteam des Geschichtsvereins erneut ein stimmiges historisches Ensemble geschaffen. Von einer alten Schultafel, über ein Pult aus der Kaiserzeit bis zu Schreibgeräten aus verschiedenen Epochen werden etliche seltene Schaustücke gezeigt. Natürlich fehlen weder Schulbücher noch Schiefertafeln, alte Fotos oder Ranzen, sogar Beispiele aus den Fächern Handarbeiten“ und „Werken“ sind zu sehen.
Ein Schmankerl stellt hierbei das Lehrerpult dar: es handelt sich hierbei um das ehemalige Schreibpult aus dem Wiegehäuschen, welches seinerzeit am Untermarkt stand und von Werner Boos beim Abriss des Häuschens gerettet werden konnte.
Das rundum gelungene Fenster lädt wie gewohnt 24 Stunden täglich und 7 Tage die Woche zum Staunen, Erinnern und Diskutieren ein. Vielleicht haben Sie ja eine Idee was wohl die kleine Charlotte angestellt hat, die so ängstlich vor dem Lehrer steht?
Vorführungen sind wieder für Schulen und Kindergärten nach Terminabsprache möglich

(Thomas Ehlenberger 06733/1079).

 

 

"Vor 100 Jahren..."

 

... stand Gau-Odernheim im Zeichen des 40.Gauturnfests vom 27.-29.06.1914. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert sich das aktuelle Museumsschaufenster am Untermarkt ganz im Zeichen des Turnens. Neben einem Turnpferd sind mehrere Figuren in historischer Turnkleidung zu bewundern, ergänzt von Turngeräten unterschiedlicher Art und verschiedensten alten Urkunden und Plakaten. Die meisten der beteiligten Turner fanden sich wenige Wochen später nach dem Ausbruch des 1.Weltkriegs in einem Schützengraben wieder, viele kehrten nicht mehr zurück. Eine umfangreiche Dokumentation und Beschilderung rundet die Ausstellung ab und lädt zum Studieren der Exponate ein. Wie gewohnt sind auch wieder Vorführungen für Kindergärten und Schulen nach Terminabsprache mit Thomas Ehlenberger unter (06733 1079) möglich.

 

 

 

 

 

Gau-Odernheim, Wappen aus dem 17. Jahrhundert

Geschichtsverein Gau-Odernheim