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15. November 2010

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Greogor Boos

 

"Wirtschaftsstandort Odernheim..."


...lautet das Thema des diesjährigen Marktvortrags des Geschichtsvereins. Hierbei ist weniger die "Wirtschaftspolitik" in Form der früher zahlreichen Lokale und Gaststätten gemeint, die bereits 2012 beleuchtet wurde. Vielmehr wird auf einem unterhaltsamen bebilderten Rundgang ein Überblick über Handwerk und Gewerbe der letzten 100 Jahre geboten.  Nach einer anschließenden Diskussion wird der diesjährige historische Fotokalender der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung am Marktfreitag, 03.10. beginnt bereits um 18 Uhr im Foyer der Petersberghalle. Der Geschichtsverein freut sich über zahlreiche interessierte Besucher.

 

 

Mit spitzer Feder...

 

... durften sich Kinder der Gau-Odernheimer Grundschule an der Sütterlin-Schrift versuchen. Begleitend zum aktuellen Museumsschaufenster "Mit Rohrstock und Griffel" hatte der Geschichtsverein wieder Vorführungen angeboten.

Grundschüler/-innen und aktive Geschichte

Eine Gruppe Erstklässler mit ihrer Lehrerin Daniela Engel durfte erleben, wie sich zu Uromas Zeiten der Unterricht abspielte. Viele Exponate waren bekannt, da sie in abgewandelter Form oder aus anderem Material auch heute noch eingesetzt werden, manches warf aber Fragen auf. Groß war das Interesse an den praktischen Übungen mit Griffel und Schiefertafel, aber auch mit Federkiel oder Schreibfeder und Tintenfass. Thomas Ehlenberger stellte auch Arten des damaligen Zeitvertreibs vor, angefangen von Murmeln über "Schiffe versenken" bis hin zu Sammelbildern, welche von den Schülern sofort als Vorläufer der heutigen "Sticker" erkannt wurden. Gut gelaunt und mit tintengrünen Fingern bedankten sich die Schüler für diese Unterrichtsstunde der etwas anderen Art.

 

"Orem vor 100 Johr"...


... war das Thema des jüngsten Altennachmittags der Ortsgemeinde. Im gut gefüllten Foyer der Petersberghalle erschien hierzu Leutnant Jean Weber vom IR 117 aus Mainz im sogenannten "bunten Rock", der Friedensuniform der großherzoglich hessischen Armee. Thomas Ehlenberger vom Geschichtsverein war in diese Rolle geschlüpft, um dem Publikum einen Eindruck von der Situation in der Heimat bei Ausbruch des ersten Weltkriegs zu geben.

Vortrag Orem vor 100 Jahren

Anhand diverser Lichtbilder wurde auch der Bogen von Militärmusik, -turnen und -organisation aufgezeigt. Eingestreute Zitate aus zeitgenössischen Festschriften regten zum Schmunzeln an, z.B. das Verbot, beim Festzug am Gau-Turnfest 1914 "Schirme, Stöcke oder Frauen mitzuführen". Auch die Auswirkungen des dann folgenden Krieges auf das Leben im Ort wurden durch Bilder plastisch dargestellt: russische Kriegsgefangene bei der Traubenlese oder gar auf Familienbildern, Apothekenrechnungen aus dem Kriegsgefangenenlager im Lokal "zur Krone" etc. Auch die heute noch zahlreich vorhandenen Fotos von Einquartierungen oder Feldpostkarten mit patriotischen Motiven sprechen eine deutliche Sprache. Natürlich wurde auch auf die noch heute sichtbaren Folgen eingegangen, die sich auf dem Gedenkstein für die Gefallenen und Vermissten auf dem Friedhof drastisch präsentieren.

 

Griffel und Rohrstock…


sind nur einige Exponate im aktuellen Museumsschaufenster am Untermarkt. Unter dem Motto „Schule anno dazumal“ hat das Gestaltungsteam des Geschichtsvereins erneut ein stimmiges historisches Ensemble geschaffen. Von einer alten Schultafel, über ein Pult aus der Kaiserzeit bis zu Schreibgeräten aus verschiedenen Epochen werden etliche seltene Schaustücke gezeigt. Natürlich fehlen weder Schulbücher noch Schiefertafeln, alte Fotos oder Ranzen, sogar Beispiele aus den Fächern Handarbeiten“ und „Werken“ sind zu sehen.
Ein Schmankerl stellt hierbei das Lehrerpult dar: es handelt sich hierbei um das ehemalige Schreibpult aus dem Wiegehäuschen, welches seinerzeit am Untermarkt stand und von Werner Boos beim Abriss des Häuschens gerettet werden konnte.
Das rundum gelungene Fenster lädt wie gewohnt 24 Stunden täglich und 7 Tage die Woche zum Staunen, Erinnern und Diskutieren ein. Vielleicht haben Sie ja eine Idee was wohl die kleine Charlotte angestellt hat, die so ängstlich vor dem Lehrer steht?
Vorführungen sind wieder für Schulen und Kindergärten nach Terminabsprache möglich

(Thomas Ehlenberger 06733/1079).

 

 

"Vor 100 Jahren..."

 

... stand Gau-Odernheim im Zeichen des 40.Gauturnfests vom 27.-29.06.1914. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert sich das aktuelle Museumsschaufenster am Untermarkt ganz im Zeichen des Turnens. Neben einem Turnpferd sind mehrere Figuren in historischer Turnkleidung zu bewundern, ergänzt von Turngeräten unterschiedlicher Art und verschiedensten alten Urkunden und Plakaten. Die meisten der beteiligten Turner fanden sich wenige Wochen später nach dem Ausbruch des 1.Weltkriegs in einem Schützengraben wieder, viele kehrten nicht mehr zurück. Eine umfangreiche Dokumentation und Beschilderung rundet die Ausstellung ab und lädt zum Studieren der Exponate ein. Wie gewohnt sind auch wieder Vorführungen für Kindergärten und Schulen nach Terminabsprache mit Thomas Ehlenberger unter (06733 1079) möglich.

 

 

 

 

 

Gau-Odernheim, Wappen aus dem 17. Jahrhundert

Geschichtsverein Gau-Odernheim