Geschichtsverein Gau-Odernheim

Herzlich willkommen!

Wir begrüßen alle Interessierten auf unserem neu gestalteten Internetauftritt. Hier finden Sie die aktuellen Termine und Berichte, sowie Informationen zum Geschichtsverein Gau-Odernheim und Umgebung.

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Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

.2.Oremer Markt 2019

Trotz teilweise widrigen Wetters mit Regengüssen am späten Sonntagnachmittag konnte das geplante Marktprogramm wieder souverän absolviert werden. Nachdem die Vorbereitungen für Standaufbau und Logistik absolviert waren, startete um 11 Uhr die Präsentation von 18 historischen Traktoren aus Gau-Odernheim. Die frischgekürte rheinhessische Weinprinzessin Romina I sorgte für royalen Glanz, während Wingertschütz „Philipp Weber“ die eintreffenden Fahrzeuge begrüßte und Details zu deren Historie kundgab. Vom ältesten Schlepper, dem Lauth’schen Normag von 1940 über den Merz’schen Raupenschlepper bis zu den „Gabsemer Gast-Deutzen“ gab es wieder ein breites Spektrum an Schleppern aus verschiedenen Jahrzehnten zu bewundern. So konnten den Sonntag über die zahlreichen Besucher des Handwerker- und Bauernmarktes die Boliden vergangener Generationen bewundern und erhielten von den Besitzern profunde Auskunft zu Historie und Technik.

Auch am Stande des Geschichtsvereins trafen sich bei dem einen oder anderen Glase „Oremer Schloßbräu“ die Besucher, um über alte Landtechnik oder sonstige Histörchen sich auszutauschen, bzw. im historischen Bildkalender für 2020 zu blättern, der traditionell am Oremer Markt erstmals käuflich zu erwerben war und reißenden Absatz fand. Restbestände gibt es wie immer bei der Destillerie Deheck oder bei Thomas Ehlenberger.

Von Steghaus und Jungfernturm

Es war schon eine illustre Schar, die sich da am Marktsamstag vor dem Burgturm in Gau-Odernheim versammelte: mehr oder weniger lustig gewandete Bürger und Pilger tummelten sich vor der ehemaligen Zugbrücke der Burg.

Um die Zeit bis zur Eröffnung des Jahrmarktes zu überbrücken, lud sie Ritterhauptmann André van der Mühl ein, ihn auf einem Kontrollgang entlang der Stadtmauer zu begleiten. Während des Rundgangs konnte Junker Thomas von Odernheim auf die Bedeutung der Befestigungsanlagen, der Mauern, Türme und Tore eingehen. Anhand mitgebrachter “Gemälde” konnten sich die Besucher auch ein Bild jener Anlagen machen, die im Laufe der Jahrhunderte den Kriegen bzw. der Schaffung von Neubauflächen geopfert wurden.

Während der Führung gab es neben Daten, Fakten und Anekdoten so manche Szenen zu bestaunen. So konnte man am Untertor erfahren, wieso Odernheimer Zecher Köngernheimer Wirtschaften mochten oder am “Jungfernturm” das Klagen der Müllersfrau erleben, die von ihrem Geliebten geschwängert worden war. Der Wächter vom Obertor erläuterte eindrucksvoll, was der “Eigen” war und wieso die Bäcker des Ortes sich vor ihm in Acht nehmen mussten. Auch ein Taschendieb konnte überführt werden, die Ritter übergaben ihn dem Wärter des “Bleichenturms”, womit die Sicherheit der Marktbesucher garantiert werden konnte.

Nach zwei ereignisreichen Stunden traf die bunte Gruppe mit den Besuchern auf dem Festplatze pünktlich zur Markteröffnung ein, um sich stärken und laben zu können.

VG-Weinfest Framersheim 2019

Trotz Temperaturen von über 40 Grad stellte der Geschichtsverein zum Umzug am VG-Weinfest in Framersheim wieder eine beeindruckende Gruppe auf die Beine. Gezogen von drei historischen Schleppern aus dem Besitz von Familie Lauth und Harald Becker wurde auf den Anhängern das Thema „Schlachtfest“ präsentiert.

Neben der „Wutz“ auf dem „Pluggskarch“ gab es von Schlachtkessel, über „Mull“ bis „Berdelmaschin“ alles zu sehen, was seinerzeit anlässlich der Hausschlachtung benötigt wurde. Die Zuschauer quittierten unser Arrangement mit lobenden Worten und spontanem Applaus. Die gute Versorgung der Zugteilnehmer mit Getränken und auch manch spontaner Wasserguss aus dem Publikum half über die Gluthitze hinweg, so dass trotz schweißnasser Kostüme und hochroter Köpfe ein sehr positives Fazit gezogen werden konnte.

Exkursion 2019: Auf den Spuren Erhard Falkners

Wer war denn dieser Erhard Falkner, nach dem die gleichnamige Straße in Gau-Odernheim benannt wurde?

Dieser Frage sollte die diesjährige Frühjahrsexkursion nachgehen, die gewohnt perfekt von Christian Maier organisiert worden war. Als Auftakt und Vorbereitung gab uns zwei Tage vor der Fahrt der Kiedricher Experte und Autor Werner Kremer einen bebilderten Einblick in das Werk des Meisters der Schreinerei und Flachschnitttechnik.

Der aus dem bayerischen Abensberg stammende Falkner (variierende Schreibweisen: Falckener oder Valckener) lebte um 1500 in Odernheim und schuf in der Umgebung zahlreiche Kirchenausstattungen. Neben dem leider nicht mehr vorhandenen Odernheimer Kirchengestühl sind besonders die heute noch erhaltenen Gestühle in Kiedrich und in Bechtolsheim zu nennen, die bis heute durch aufwändige und farbfreudige Ausführung begeistern und deshalb auch den Schwerpunkt des Vorbereitungsabends und der eigentlichen Exkursion bildeten.

Als man bei der eigentlichen Exkursion die vorbildlich restaurierte Kirche St.Valentinus in Kiedrich betrat, hielt so mancher Besucher den Atem an: waren doch die Ähnlichkeiten von Säulen, Bögen und Farbgebung mit der uns bekannten Gau-Odernheimer Kirche frappierend. Hier in Kiedrich zeigte sich nun ergänzend das rechte Seitenschiff, ein Deckengewölbe und vor allem das prächtige Gestühl. So ähnlich könnte es also vor Jahrhunderten auch in unserer Stadtkirche ausgesehen haben.

Neben den eindrucksvollen Erläuterungen und vergleichenden Eindrücken der Falknerschen Werke stand auch eine Führung in Kloster Eberbach auf der Agenda, wo uns der Drehort des Films „der Name der Rose“ nähergebracht wurde.

In der Bechtolsheimer Simultankirche konnte als letzte Station das dortige restaurierte Gestühl bewundert, sowie die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Kiedrich aufgezeigt werden. Natürlich kamen auch die kulinarischen und kommunikativen Interessen nicht zu kurz bei diesem rundum gelungenen Tag.

70 Jahre Glockenweihe 1949 - 2019

Zahlreiche Besucher waren der Einladung des Geschichtsvereins gefolgt und lauschten den Ausführungen über die bewegte Geschichte des Gau-Odernheimer Kirchengeläuts in den vergangenen Jahrhunderten. Zunächst gab es allgemeine Informationen über die Vorgehensweise beim Guss von Glocken und die Bedeutung des weltlichen und kirchlichen Geläuts. Im Anschluss wurde auf die 4 Glocken des alten romanischen Kirchturms eingegangen, der 1799 während eines Gottesdienstes einstürzte und 7 Männer erschlug.

Auch der heutige, 1833 fertiggestellte Kirchturm mit seinen 3 Glocken war vom Schicksal gebeutelt, wurde des Öfteren vom Blitz getroffen und verlor mehrfach sein Geläut, durch Zerspringen von Glocken oder durch Einschmelzen in beiden Weltkriegen. Umso beeindruckender war die Tatsache, dass bereits 1949 also kurz nach Kriegsende und direkt nach der Währungsreform durch eine enorme Spendenbereitschaft der Bevölkerung wieder neue Glocken angeschafft werden konnten.

Etliche Aufnahmen einer beeindruckenden Prozession, die die Glocken 1949 vom Bahnhof zur Kirche geleiteten, boten Stoff für interessante Gespräche, die auch im Anschluss an den offiziellen Teil noch fortgeführt wurden.

Seltenes und Kurioses…

… zeigte der Geschichtsverein unter dem Motto „Kunst und Krempel“. In der beliebten Veranstaltungsreihe wurden unterschiedliche Fundstücke aus Keller und Speicher gezeigt, wobei seitens der Themen wieder eine enorme Bandbreite abgedeckt wurde. Zunächst wurde die Entwicklung vom Stammbuch zu den Poesiealben anhand uralter Exemplare aufgezeigt. Ein ganz anderes Exponat war neben der heute noch häufig zu findenden Volksgasmaske – welche in den 20er und 30er Jahren – in allen europäischen Ländern zum Hausrat gehörte, ein heute rarer „Tier-Luftschutzkasten“. Die Entwicklung von Spielzeugfiguren wurde anhand eines desolaten Elastolinindianers im Vergleich zu moderneren Exemplaren aus Gummi und Plastik gezeigt. Erstaunen löste die Radfahrkarte mit Steuerstempeln von 1909 aus. Eine 150 Jahre alte Erinnerungsmedaille an die napoleonischen Kriege nebst zugehöriger Urkunde und Hintergrundgeschichte bewegte das Publikum. Auch spontan von Gästen aus der Tasche gezauberte Kuriositäten – wie der Damenschuh als Streichholzbehälter, der Stapel-Henkelmann oder der Kreppelschneider - konnten aufgrund der regen Zuschauerbeteiligung eingeordnet werden. Wie gewohnt zogen sich die Diskussionen und Gespräche bei einem Gläschen Wein noch bis spät in die Nacht hin.

.3.Alle Jahre wieder…

… lädt der Geschichtsverein zum ersten  Adventsfenster ein. Im Rahmen der alljährlichen Adventsfensteraktion der Landfrauen öffneten sich wieder die Klappläden am Haus Köhm in der Mühlstraße, um einen Blick in vergangene Jahrzehnte zu gewähren. Gut 120 Gäste bestaunten das historische Ambiente eines Weihnachtszimmers im frühen 20.Jahrhundert, wie gewohnt liebevoll dekoriert und mit zahlreichen zeitgenössischen Exponaten ausgestattet. Im Anschluss zog sich trotz massiver Regenschauer die Zusammenkunft in der rustikalen Scheune noch bis in die frühen Nachtstunden hin. Das Fenster steht noch bis in den Januar zur alltäglichen Besichtigung offen, morgens und abends bietet es bei gemütlicher Beleuchtung einen besonderen Reiz.

Der Geschichtsverein bedankt sich bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, wünscht frohe und besinnliche Feiertage, sowie ein gesundes und friedliches neues Jahr.

Seltenes und Kurioses…

… gab es wieder beim jüngsten Stammtisch des Geschichtsvereins zu bestaunen. Unter dem Motto „Kunst und Krempel“ wurden Fundstücke aus Keller und Speicher präsentiert und bewertet, wobei der Schwerpunkt dieses Mal auf Werbegeschenken von Gau-Odernheimer Firmen lag. Neben Kalendern der Raiffeisenbank oder von Edeka-Boos gab es Spielzeugautos von Elektro-Mattinger zu bewundern. Neben der Vielzahl an Weinprobiergläsern ehemaliger oder auch noch existierender örtlicher Winzerbetriebe erstaunte die Vielzahl an Werbeartikeln der Landmaschinenfabrik Acker. Nicht nur Aschenbecher, Weingläser und Thermometer wurden gezeigt, sondern auch ein Spielzeugtraktor der Marke „Güldner“, seinerzeit als Zugabe beim Kauf eines „echten“ Traktors verteilt und von den Kindern „zerspielt“, heute ein mit 500,- bewertetes Sammlerstück. Detaillierte Informationen gab es auch zu mitgebrachten außergewöhnlichen Nachlässen eines ehemaligen Freimaurers bzw. eines Marinesoldaten. Wie gewohnt zogen sich die Diskussionen und Gespräche bei einem Gläschen Wein noch bis spät in die Nacht hin.

1918 – Zeitenwende…

… lautete der Titel des diesjährigen Marktvortrags des Geschichtsvereins. Thomas Ehlenberger war in Rolle und Uniform seines Urgroßonkels Johann Weber geschlüpft, um dem interessierten Publikum einen Blick in die Zeit des Umbruchs vor 100 Jahren zu ermöglichen. Aufgrund des großen Andrangs an Zuhörern mussten im Foyer der Petersberghalle weitere Stuhlreihen aufgestellt werden. Neben der Weltgeschichte rund um das Kriegsende wurden zahlreiche bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus privaten Fotoalben gezeigt, die Not und Entbehrungen an der Heimatfront zeigten, neben der Fliegerbeobachtungsstelle auf dem Petersberg z.B. auch nordafrikanische Besatzungssoldaten. Erstaunen löste auch die vorgestellte Statistik über die Einquartierung französcher Truppen im Ort aus. So konnte den amtlichen Listen entnommen werden, dass bei 1900 Einwohnern über 900 Franzosen mit 290 Pferden einquartiert wurden. Diese belegten trotz der eingeschränkten Wohnverhältnisse mindestens einen Raum pro Haus, selbst in der kleinsten Tagelöhnerwohnung mit zahlreichen Kindern musste hier Platz geschaffen werden. Auch mussten Truppen und Pferde verpflegt werden, was angesichts der allgemein schlechten Versorgungslage nicht gerade zu großen Sympathien führte. Eingestreut wurden auch verschiedene zeitgenössische Reden, die von Aktiven des Geschichtsvereins im Publikum vorgetragen wurden. Neben der Bauersfrau, die den Brief an ihren Mann im Felde vorlas, kamen Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht zu Worte, die am 09.11.1918 die Republik ausriefen, aber auch Marie Juchacz, die nach Einführung des Frauenwahlrechts 1919 weltweit erste weibliche Parlamentarierin, durfte ihre Premierenrede halten. Weiterhin wurden Fotos und Dokumente zur Gründung des SPD-Ortsvereins in Gau-Odernheim im Jahre 1919 gezeigt. Nach dem Vortrag wurde noch lange zusammengestanden und bei einem Gläschen Wein über das Gehörte diskutiert.

.4.Kartoffeln kommen aus dem Supermarkt...

... so hört man häufig auf die entsprechende Frage aus dem Kindermund. Um die Antwort künftig relativieren zu können, trafen sich auch in diesem Jahr wieder die "Feldmäuse" der KiTa Regenbogen, um der Kartoffelgeschichte auf den Grund zu gehen. Wie es sich für den Geschichtsverein gehört, gab es auch hier wieder "Geschichte zum Anfassen. Auf Initiative der Erzieherin Gaby Fischer stellte Wolfgang Boos einen Acker zur Verfügung, der per historischer „Agria-Fräse“ zur Pflanzung vorbereitet wurde. Zunächst wurde nach einem kurzen "Theorieteil" jedes Kind mit Pflanzkartoffeln ausgestattet, die in den richtigen Abständen in die Erde gebracht werden mussten. Es folgte das "Zuhäufeln", nach einigen Wochen musste Unkraut gehackt werden, um die Kartoffelpflanzen frei zu halten. Interessant - und auch für viele der Eltern unbekannt - folgte das Absammeln der Kartoffelkäfer, bevor diese größeren Schaden anrichten konnten. Trotz der ungewohnten körperlichen Arbeit waren groß und klein mit Feuereifer bei der Sache. Der eine oder andere Arbeitseinsatz mit der Hacke folgte, bevor die Ernte - wie zu Omas Zeiten - mit Hacke bzw. Fräse erfolgte. Der Höhepunkt war das anschließende "Imbs" mit "Gwellde unn Woischekees", die nach einhelliger Meinung zuhause noch nie so gut geschmeckt haben, wie im freien Feld nach der Ernte.

Historische Getreideernte...

... stellte der Geschichtsverein anlässlich des Umzugs beim VG-Weinfest 2018 im Kettenheimer Grund dar. Bei bestem Wetter sammelte sich die Erntegruppe in zeitgenössischer Kleidung und mit allerlei Utensilien ausgerüstet zunächst im Aufstellungsbereich in Wahlheim bei den Fahrzeugen. Harald Becker auf seinem Güldner hatte den Erntewagen des Geschichtsvereins am Haken, auf dem sich neben Säcken, Stroh und Gerätschaften auch das "Imbs" in Form von "Woi, Brot, Worscht unn Käs" befand, für die harte Arbeit galt es ja, sich angemessen zu stärken. Familie Lauth war mit Schleppern der Marken Normag und Fahr am Start, letzterer präsentierte auf dem Anhänger eine originale Mähmaschine Typ Lanz-Wery aus Zweibrücken von 1921 aus dem Nachlass von Jakob Köhm. Auf dem Umzugsweg durch Wahlheim und Kettenheim erntete die Präsentation viel Applaus, Zuspruch und auch Anfragen zu den Exponaten.

Ur-Rhein und Effenkranz - ein Besuch in Eppelsheim 2018

14 Gau-Odernheimer zogen aus zu einem Besuch in der Nachbarschaft. Nach Eppelsheim ging es am vergangenen Mittwoch...                               weiterlesen

Geschichtsverein on Tour - Jahresfahrt 2018

...eine Frage, die man sich durchaus stellen kann. Ist doch - und davon haben sich die Teilnehmer der diesjährigen Exkursion des GV überzeugt - vordergründig nicht mehr viel zu sehen vom alten Reichskloster Lorsch, das von der Zeit der Karolinger bis ins hohe Mittelalter so bedeutend war...                                                                                                                                  weiterlesen

Von Beinhaus und Grüften…

„Von Beinhaus und Grüften…“

… lautete das Thema des diesjährigen Frühjahrsvortrags des Geschichtsvereins. Anhand zahlreicher - teils noch nicht veröffentlichter - Bilder stellte Thomas Ehlenberger die Entwicklung der Bestattungskultur am Beispiel Gau-Odernheims von der Steinzeit bis heute dar. Neben den unterschiedlichen Bestattungsformen und der Entwicklung der Grabsteine im Laufe der Jahrhunderte stießen besonders die Fundstellen historischer Gräber in der Gau-Odernheimer Ortslage auf große Resonanz des Publikums. Durch Vergleichsbilder aus anderen Städten wurden die Originalaufnahmen der örtlichen Funde ergänzt. Gerade die Bestattungen in der Kirche und die Ausgrabungen der vergangenen 150 Jahre bewegten die Zuhörer. So manche Frage und Rückmeldung aus dem Auditorium zur keltischen Ringgrabanlage an der Bahnstraße, den jüdischen Friedhöfen oder auch den Gedenksteinen im Ort zeigte den Bedarf nach weiteren Terminen, Führungen und Aktionen. Auch die nachfolgenden Diskussionen bei einem Gläschen Wein ließen das vorhandene Interesse an einem oft tabuisierten Thema deutlich zutage treten. Zur weiteren Dokumentation sucht der Geschichtsverein noch Gau-Odernheimer Bilder von Grabsteinen, den Friedhöfen oder Beerdigungen aus den letzten 100 Jahren. Wer solche Fotos zum Einscannen zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte bei Thomas Ehlenberger unter 06733 1079 melden.

Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen...

… so ließ sich vergangenen Freitag und Samstag die Stimme des Oremer Nachtwächters vernehmen, stimmgewaltig intoniert durch Wolfgang von Wiebel. Der Geschichtsverein Gau-Odernheim hatte geladen und Dutzende Pilger aus nah und fern waren der Einladung gefolgt. Groß und Klein, viele auch mit Laternen ausgerüstet lauschten den Ausführungen von Junker Thomas, der die Gäste in das Jahr 1618 zurückversetzte. Eine ob der Kälte bibbernde Pilgergruppe auf dem Wege nach Santiago de Compostela suchte eine Herberge für die Nacht und nahm darum das Angebot gerne an, dem Nachtwächter bei seiner Runde zu folgen, die an allen 11 Gasthäusern vorbeiführen sollte. Hierbei erfuhren die Pilger so manche Neuigkeit, über fortschrittliche Einrichtungen wie das öffentliche Badehaus und die Probleme mit den „Bademädchen“, die innovative Entsorgung sanitärer Abwässer oder die Effizienz der damaligen Postzustellung. „Hochgeistige“ Hilfe bei der Kälte brachten die Kingeremer Ritter, die auf dem Weg zu den Stadttoren Einiges zu berichten hatte. Auch konnte das Geheimnis des immer wieder über den Weg schwebenden Geistes der Eva von Gerau gelüftet werden. Als fulminanten Abschluss erwartete die Gruppe eine beeindruckende Feuerschau durch den Gaukler Alexander von Wiebel, bevor im Burghof der Abschluss zelebriert werden konnte. Junker Thomas bedanke sich bei allen Darstellern und Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht durchführbar wäre, bei „Pferdeknecht“ Johanna Weber nebst Roß, Familie Bellenberg für die spontane Spende von Speis und Trank, Selztalbrennerei Boos für die „geistige“ Unterstützung und die Burgherren Manfred und Anita Einsfeld. Laut einhelliger Meinung der Besucher sollte dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.

"Gut behütet"...

…  sahen sich die Besucher der jüngsten Veranstaltung "Kunst und Krempel". Thema war die Entwicklung der Kopfbedeckungen von der Steinzeit bis heute. Neben anschaulichen und teilweise lustigen Bildern hatte der Geschichtsverein wieder zahlreiche Exponate aus den vergangenen 100 Jahren zusammengetragen. Diese konnten auch in Augenschein und in die Hand genommen, wobei zu den Geschichten und vor allem den Sammlerwerten so manches „AH“ und „OH“ erklang. Auch die von den Zuschauern mitgebrachten Fundstücke konnten erläutert und grob bewertet werden. Hier gab es ausgefallene Damenhüte auf wertvollen Präsentationsköpfen oder uralte Pickelhauben mit umfangreichem Zubehör zu bewundern. Im Anschluss wurde noch lange bei dem ein oder anderen Gläschen Wein diskutiert und sich ausgetauscht.