Geschichtsverein Gau-Odernheim

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1918 – Zeitenwende…

… lautete der Titel des diesjährigen Marktvortrags des Geschichtsvereins. Thomas Ehlenberger war in Rolle und Uniform seines Urgroßonkels Johann Weber geschlüpft, um dem interessierten Publikum einen Blick in die Zeit des Umbruchs vor 100 Jahren zu ermöglichen. Aufgrund des großen Andrangs an Zuhörern mussten im Foyer der Petersberghalle weitere Stuhlreihen aufgestellt werden. Neben der Weltgeschichte rund um das Kriegsende wurden zahlreiche bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus privaten Fotoalben gezeigt, die Not und Entbehrungen an der Heimatfront zeigten, neben der Fliegerbeobachtungsstelle auf dem Petersberg z.B. auch nordafrikanische Besatzungssoldaten. Erstaunen löste auch die vorgestellte Statistik über die Einquartierung französcher Truppen im Ort aus. So konnte den amtlichen Listen entnommen werden, dass bei 1900 Einwohnern über 900 Franzosen mit 290 Pferden einquartiert wurden. Diese belegten trotz der eingeschränkten Wohnverhältnisse mindestens einen Raum pro Haus, selbst in der kleinsten Tagelöhnerwohnung mit zahlreichen Kindern musste hier Platz geschaffen werden. Auch mussten Truppen und Pferde verpflegt werden, was angesichts der allgemein schlechten Versorgungslage nicht gerade zu großen Sympathien führte. Eingestreut wurden auch verschiedene zeitgenössische Reden, die von Aktiven des Geschichtsvereins im Publikum vorgetragen wurden. Neben der Bauersfrau, die den Brief an ihren Mann im Felde vorlas, kamen Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht zu Worte, die am 09.11.1918 die Republik ausriefen, aber auch Marie Juchacz, die nach Einführung des Frauenwahlrechts 1919 weltweit erste weibliche Parlamentarierin, durfte ihre Premierenrede halten. Weiterhin wurden Fotos und Dokumente zur Gründung des SPD-Ortsvereins in Gau-Odernheim im Jahre 1919 gezeigt. Nach dem Vortrag wurde noch lange zusammengestanden und bei einem Gläschen Wein über das Gehörte diskutiert.

Historische Getreideernte...

... stellte der Geschichtsverein anlässlich des Umzugs beim VG-Weinfest 2018 im Kettenheimer Grund dar. Bei bestem Wetter sammelte sich die Erntegruppe in zeitgenössischer Kleidung und mit allerlei Utensilien ausgerüstet zunächst im Aufstellungsbereich in Wahlheim bei den Fahrzeugen. Harald Becker auf seinem Güldner hatte den Erntewagen des Geschichtsvereins am Haken, auf dem sich neben Säcken, Stroh und Gerätschaften auch das "Imbs" in Form von "Woi, Brot, Worscht unn Käs" befand, für die harte Arbeit galt es ja, sich angemessen zu stärken. Familie Lauth war mit Schleppern der Marken Normag und Fahr am Start, letzterer präsentierte auf dem Anhänger eine originale Mähmaschine Typ Lanz-Wery aus Zweibrücken von 1921 aus dem Nachlass von Jakob Köhm. Auf dem Umzugsweg durch Wahlheim und Kettenheim erntete die Präsentation viel Applaus, Zuspruch und auch Anfragen zu den Exponaten.

Ur-Rhein und Effenkranz - ein Besuch in Eppelsheim 2018

14 Gau-Odernheimer zogen aus zu einem Besuch in der Nachbarschaft. Nach Eppelsheim ging es am vergangenen Mittwoch...                               weiterlesen

Geschichtsverein on Tour - Jahresfahrt 2018

...eine Frage, die man sich durchaus stellen kann. Ist doch - und davon haben sich die Teilnehmer der diesjährigen Exkursion des GV überzeugt - vordergründig nicht mehr viel zu sehen vom alten Reichskloster Lorsch, das von der Zeit der Karolinger bis ins hohe Mittelalter so bedeutend war...                                                                                                                                  weiterlesen

Von Beinhaus und Grüften…

„Von Beinhaus und Grüften…“

… lautete das Thema des diesjährigen Frühjahrsvortrags des Geschichtsvereins. Anhand zahlreicher - teils noch nicht veröffentlichter - Bilder stellte Thomas Ehlenberger die Entwicklung der Bestattungskultur am Beispiel Gau-Odernheims von der Steinzeit bis heute dar. Neben den unterschiedlichen Bestattungsformen und der Entwicklung der Grabsteine im Laufe der Jahrhunderte stießen besonders die Fundstellen historischer Gräber in der Gau-Odernheimer Ortslage auf große Resonanz des Publikums. Durch Vergleichsbilder aus anderen Städten wurden die Originalaufnahmen der örtlichen Funde ergänzt. Gerade die Bestattungen in der Kirche und die Ausgrabungen der vergangenen 150 Jahre bewegten die Zuhörer. So manche Frage und Rückmeldung aus dem Auditorium zur keltischen Ringgrabanlage an der Bahnstraße, den jüdischen Friedhöfen oder auch den Gedenksteinen im Ort zeigte den Bedarf nach weiteren Terminen, Führungen und Aktionen. Auch die nachfolgenden Diskussionen bei einem Gläschen Wein ließen das vorhandene Interesse an einem oft tabuisierten Thema deutlich zutage treten. Zur weiteren Dokumentation sucht der Geschichtsverein noch Gau-Odernheimer Bilder von Grabsteinen, den Friedhöfen oder Beerdigungen aus den letzten 100 Jahren. Wer solche Fotos zum Einscannen zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte bei Thomas Ehlenberger unter 06733 1079 melden.

Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen...

… so ließ sich vergangenen Freitag und Samstag die Stimme des Oremer Nachtwächters vernehmen, stimmgewaltig intoniert durch Wolfgang von Wiebel. Der Geschichtsverein Gau-Odernheim hatte geladen und Dutzende Pilger aus nah und fern waren der Einladung gefolgt. Groß und Klein, viele auch mit Laternen ausgerüstet lauschten den Ausführungen von Junker Thomas, der die Gäste in das Jahr 1618 zurückversetzte. Eine ob der Kälte bibbernde Pilgergruppe auf dem Wege nach Santiago de Compostela suchte eine Herberge für die Nacht und nahm darum das Angebot gerne an, dem Nachtwächter bei seiner Runde zu folgen, die an allen 11 Gasthäusern vorbeiführen sollte. Hierbei erfuhren die Pilger so manche Neuigkeit, über fortschrittliche Einrichtungen wie das öffentliche Badehaus und die Probleme mit den „Bademädchen“, die innovative Entsorgung sanitärer Abwässer oder die Effizienz der damaligen Postzustellung. „Hochgeistige“ Hilfe bei der Kälte brachten die Kingeremer Ritter, die auf dem Weg zu den Stadttoren Einiges zu berichten hatte. Auch konnte das Geheimnis des immer wieder über den Weg schwebenden Geistes der Eva von Gerau gelüftet werden. Als fulminanten Abschluss erwartete die Gruppe eine beeindruckende Feuerschau durch den Gaukler Alexander von Wiebel, bevor im Burghof der Abschluss zelebriert werden konnte. Junker Thomas bedanke sich bei allen Darstellern und Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht durchführbar wäre, bei „Pferdeknecht“ Johanna Weber nebst Roß, Familie Bellenberg für die spontane Spende von Speis und Trank, Selztalbrennerei Boos für die „geistige“ Unterstützung und die Burgherren Manfred und Anita Einsfeld. Laut einhelliger Meinung der Besucher sollte dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.

"Gut behütet"...

…  sahen sich die Besucher der jüngsten Veranstaltung "Kunst und Krempel". Thema war die Entwicklung der Kopfbedeckungen von der Steinzeit bis heute. Neben anschaulichen und teilweise lustigen Bildern hatte der Geschichtsverein wieder zahlreiche Exponate aus den vergangenen 100 Jahren zusammengetragen. Diese konnten auch in Augenschein und in die Hand genommen, wobei zu den Geschichten und vor allem den Sammlerwerten so manches „AH“ und „OH“ erklang. Auch die von den Zuschauern mitgebrachten Fundstücke konnten erläutert und grob bewertet werden. Hier gab es ausgefallene Damenhüte auf wertvollen Präsentationsköpfen oder uralte Pickelhauben mit umfangreichem Zubehör zu bewundern. Im Anschluss wurde noch lange bei dem ein oder anderen Gläschen Wein diskutiert und sich ausgetauscht.