Geschichtsverein Gau-Odernheim

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Ur-Rhein und Effenkranz - ein Besuch in Eppelsheim

14 Gau-Odernheimer zogen aus zu einem Besuch in der Nachbarschaft. Nach Eppelsheim ging es am vergangenen Mittwoch, wo uns im Dinotheriummuseum Frau Nicole Zimmer einiges zu berichten wusste, z.B. vom Ur-Rhein, der vor 10 Millionen Jahren quasi durch Eppelsheim floss und vom Schreckenstier Deinotherium giganteum, dessen Schädel 1835 bei Eppelsheim gefunden wurde. Der Riesenschädel ist heute noch im Dinotherium-Museum zu bewundern, zumindest als Abguss des Originals, das heute im Natural History Museum in London liegt. Von Bärenhunden war zu hören, von dreihufigen Urpferden und allerlei mehr zur Fauna am Ur-Rhein vor 10 Millionen Jahren. Kurios: das Fossil einer bis dahin unbekannten Spitzmausart, die nach dem Eppelsheimer Altbürgermeister Heiner Roos als Plesiosorex rossi benannt wurden.

Den Anschluss bildete ein Besuch in der evangelischen Kirche und ein Gang über den Effenkranz, geführt und begleitet von der Ortsbürgermeisterin Frau Ute Klenk-Kaufmann. Der Effenkranz, ein circa 1,3 km langer Rundweg um den alten Ortskern, ist ursprünglich das Relikt der alten Ortsbefetigung. Statt einer Mauer hatten im Mittelalter viele Orte eine "einfachere" Befestigung bestehend aus einer undurchdringlichen Hecke, dem "Gebück" und einem Graben. Entlang dieser Linie entstand später in vielen rheinhessichen Orten ein "Effenkranz", ein mit Ulmen bestandener Weg am alten Graben entlang. Spätestens nachdem die Ulmen- oder Effen- in den 70er und 80 er Jahren des 20.Jhdts. vielfach an einer Krankheit eingingen verschwanden vielerorts die durchgehenden "Effenkränze" so z.B: in Wörrstadt und Schornsheim. Einzig in Eppelsheim blieb er durchgehend erhalten und wurde mit jungen Bäumen neu bepflanzt. Ein sehenswertes Naturdenkmal mit Geschichte. 

Zum Abschluss ging's dann noch in's Scheunencafe. Eine mit Fördermitteln und viel Eigeninitiative zum Cafe ausgebaute Scheune - der Name sagt es. Betrieben wird es von der Gemeinde und den in einem Vereinsring zusammengeschlossenen Vereinen. Ein Kommunikationszentrum und Dorfmittelpunkt im Ort entstanden aus gemeinsamem Willen. Als Gau-Odernheimer kann man da nur neidisch werden....

Rheinhessen - so Ute Klenk-Kaufmann - seien ungenießbar wenn sie Hunger oder Durst hätten. Sie habe deshalb vorgesorgt - und wirklich keiner musste hungrig oder durstig den Heimweg antreten. Wohl aber gut gelaunt und um einige Eindrücke reicher.

Der Geschichtsverein Gau-Odernheim bedankt sich auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich bei Bürgermeisterin Ute Klenk-Kaufmann und der ersten Beigeordneten Nicole Zimmer! 

Geschichtsverein on Tour - Jahresfahrt 2018

...eine Frage, die man sich durchaus stellen kann. Ist doch - und davon haben sich die Teilnehmer der diesjährigen Exkursion des GV überzeugt - vordergründig nicht mehr viel zu sehen vom alten Reichskloster Lorsch, das von der Zeit der Karolinger bis ins hohe Mittelalter so bedeutend war. Sicher, die weltberühmte Torhalle, ein Kirchenrest und die Mauer, die einst alles umgab, aber es gibt frühmittelalterliche Klostergründungen, von denen noch mehr zu sehen ist...                                                weiterlesen                    

Von Beinhaus und Grüften…

„Von Beinhaus und Grüften…“

… lautete das Thema des diesjährigen Frühjahrsvortrags des Geschichtsvereins. Anhand zahlreicher - teils noch nicht veröffentlichter - Bilder stellte Thomas Ehlenberger die Entwicklung der Bestattungskultur am Beispiel Gau-Odernheims von der Steinzeit bis heute dar. Neben den unterschiedlichen Bestattungsformen und der Entwicklung der Grabsteine im Laufe der Jahrhunderte stießen besonders die Fundstellen historischer Gräber in der Gau-Odernheimer Ortslage auf große Resonanz des Publikums. Durch Vergleichsbilder aus anderen Städten wurden die Originalaufnahmen der örtlichen Funde ergänzt. Gerade die Bestattungen in der Kirche und die Ausgrabungen der vergangenen 150 Jahre bewegten die Zuhörer. So manche Frage und Rückmeldung aus dem Auditorium zur keltischen Ringgrabanlage an der Bahnstraße, den jüdischen Friedhöfen oder auch den Gedenksteinen im Ort zeigte den Bedarf nach weiteren Terminen, Führungen und Aktionen. Auch die nachfolgenden Diskussionen bei einem Gläschen Wein ließen das vorhandene Interesse an einem oft tabuisierten Thema deutlich zutage treten. Zur weiteren Dokumentation sucht der Geschichtsverein noch Gau-Odernheimer Bilder von Grabsteinen, den Friedhöfen oder Beerdigungen aus den letzten 100 Jahren. Wer solche Fotos zum Einscannen zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte bei Thomas Ehlenberger unter 06733 1079 melden.

Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen...

… so ließ sich vergangenen Freitag und Samstag die Stimme des Oremer Nachtwächters vernehmen, stimmgewaltig intoniert durch Wolfgang von Wiebel. Der Geschichtsverein Gau-Odernheim hatte geladen und Dutzende Pilger aus nah und fern waren der Einladung gefolgt. Groß und Klein, viele auch mit Laternen ausgerüstet lauschten den Ausführungen von Junker Thomas, der die Gäste in das Jahr 1618 zurückversetzte. Eine ob der Kälte bibbernde Pilgergruppe auf dem Wege nach Santiago de Compostela suchte eine Herberge für die Nacht und nahm darum das Angebot gerne an, dem Nachtwächter bei seiner Runde zu folgen, die an allen 11 Gasthäusern vorbeiführen sollte. Hierbei erfuhren die Pilger so manche Neuigkeit, über fortschrittliche Einrichtungen wie das öffentliche Badehaus und die Probleme mit den „Bademädchen“, die innovative Entsorgung sanitärer Abwässer oder die Effizienz der damaligen Postzustellung. „Hochgeistige“ Hilfe bei der Kälte brachten die Kingeremer Ritter, die auf dem Weg zu den Stadttoren Einiges zu berichten hatte. Auch konnte das Geheimnis des immer wieder über den Weg schwebenden Geistes der Eva von Gerau gelüftet werden. Als fulminanten Abschluss erwartete die Gruppe eine beeindruckende Feuerschau durch den Gaukler Alexander von Wiebel, bevor im Burghof der Abschluss zelebriert werden konnte. Junker Thomas bedanke sich bei allen Darstellern und Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht durchführbar wäre, bei „Pferdeknecht“ Johanna Weber nebst Roß, Familie Bellenberg für die spontane Spende von Speis und Trank, Selztalbrennerei Boos für die „geistige“ Unterstützung und die Burgherren Manfred und Anita Einsfeld. Laut einhelliger Meinung der Besucher sollte dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.

"Gut behütet"...

…  sahen sich die Besucher der jüngsten Veranstaltung "Kunst und Krempel". Thema war die Entwicklung der Kopfbedeckungen von der Steinzeit bis heute. Neben anschaulichen und teilweise lustigen Bildern hatte der Geschichtsverein wieder zahlreiche Exponate aus den vergangenen 100 Jahren zusammengetragen. Diese konnten auch in Augenschein und in die Hand genommen, wobei zu den Geschichten und vor allem den Sammlerwerten so manches „AH“ und „OH“ erklang. Auch die von den Zuschauern mitgebrachten Fundstücke konnten erläutert und grob bewertet werden. Hier gab es ausgefallene Damenhüte auf wertvollen Präsentationsköpfen oder uralte Pickelhauben mit umfangreichem Zubehör zu bewundern. Im Anschluss wurde noch lange bei dem ein oder anderen Gläschen Wein diskutiert und sich ausgetauscht.